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Pflaumenwickler (Grapholita funebrana)

Beschreibung und Biologie

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Der Falter misst in Ruhestellung 0,8 cm. Die Vorderflügel sind matt bräunlich-grau mit dunkler verschwommener Zeichnung und einem aschgrauen Fleck an der Aussenecke.

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Die flachovalen durchscheinenden Eier von 0,7 mm Durchmesser werden einzeln abgelegt. Die Raupen sind anfangs hell, später rötlich mit dunkelbraunem Kopf. Ausgewachsen sind sie 10-12 mm lang.

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Der Pflaumenwickler tritt in den meisten Zwetschgen- und Pflaumenanlagen auf, befällt auch Schwarzdorn und vereinzelt Aprikosen, Pfirsich usw. Milde Lagen begünstigen sein Auftreten. In unserer Region kann er insbesondere auf Spätsorten von Zwetschgen und Pflaumen Schäden verursachen. In den meisten Regionen der deutschen Schweiz treten zwei Generationen auf, die sich aber überschneiden. Die ausgewachsenen Raupen überwintern in einem Kokon in Verstecken meist unter Rindenschuppen der Bäume. Im Frühjahr (März–April) verpuppen sich diese Raupen.

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Von April bis August kann der Falterflug beobachtet werden. An warmen, ruhigen Tagen (am späteren Nachmittag, abends und am frühen Morgen) werden die Eier einzeln auf Früchte abgelegt. 9–15 Tage später schlüpfen die jungen Räupchen, welche sich schon nach wenigen Minuten in die Früchte einbohren.

Die früh befallenen Früchte fallen meist vorzeitig auf den Boden, wo die Raupen ihre Entwicklung abschliessen und anschliessend die Früchte verlassen. Ein kleiner Teil der Tiere geht bereits jetzt in die Winterdiapause. Die meisten verpuppen sich sofort, sofern die Junglarvenentwicklung während der Langtagperiode von über 14–15 Stunden (Juni-Juli) stattfand. Nach einer Puppenruhe von 10–14 Tagen schlüpfen die Falter der 2. Generation.

Die Eiablage der zweiten Genration erfolgt im Juli-August auf schon grosse, aber meist noch grüne Früchte. Bei einer Kontrolle sind die Eier auf der unteren Fruchthälfte gut sichtbar. Die befallenen Früchte bleiben jetzt oft am Baum hängen. Nach einer Entwicklungszeit von 3–5 Wochen verlassen die ausgewachsenen Raupen die Früchte und suchen ihr Winterquartier unter Rindenschuppen oder in anderen Verstecken auf.

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Frühbefall (Juni/Juli) führt zu violett verfärbten Früchte, welche frühzeitig abfallen. Bei Spätbefall (August/September) zeigt sich Gummifluss aus dem Einbohrloch sowie ein sichtbarer Miniergang unter der Fruchtoberhaut.

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Die Frasskammer um den Stein ist mit Kot gefüllt. Befallene Früchte reifen vorzeitig und werden weich.

Überwachungsmethoden und Schadenschwelle

Der Falterflug kann mit Pheromonfallen überwacht werden. Damit sind Aussagen über den Flugverlauf, nicht aber über die Befallsstärke möglich. Starker Falterflug (insbesondere im Mai/Juni) bedeutet auch nicht, dass eine Eiablage stattfindet. Eine klare Abtrennung der beiden Generationen anhand der Falterfänge ist nur in milden Regionen der Westschweiz möglich.

Die Notwendigkeit einer Bekämpfung ist am besten anhand von Eiablage- und Einbohrkontrollen durchzuführen (Schadschwelle 1-3%).

Bekämpfung und Pflanzenschutzmittel

Die Flugüberwachung mit Pheromonfallen gibt gute Hinweise für den optimalen Bekämpfungszeitpunkt. Visuelle Überwachung der Eiablage und Einbohrungen geben zusätzliche Hinweise.

Auf grossen isolierten Parzellen ist bei Flugbeginn (etwa Mitte April) auch der Einsatz der Verwirrungstechnik möglich.

Larvizide wie Emamectinbenzoat oder Indoxacarb werden zu Beginn des Larvenschlupfes der zweiten Generation eingesetzt und müssen, je nach Produkt, nach 2 oder 2-3 Wochen wiederholt werden. Alternativ kann auch Thiacloprid ab Eiablage bis Beginn des Larvenschlupfes eingesetzt werden. Diese Behandlung muss nach 2 Wochen wiederholt werden. Bei starkem Befallsdruck kann eine Bekämpfung der 1. Generation erwägt werden (i.d.R. zweite Maihälfte).


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